Kapitel 1 von 3 · A2 · Leicht
Ein Dollar und siebenundachtzig Cent
Das Geschenk der Weisen
Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Della zählte das Geld dreimal. Ein Dollar und siebenundachtzig Cent, und am nächsten Tag war Weihnachten.
Viele Monate lang sparte Della jeden Cent, den sie sparen konnte. Sie fragte den Gemüsehändler und den Metzger nach den niedrigsten Preisen, und sie kochte ganz einfache Gerichte. Aber das Geld war immer knapp. Ihr Mann Jim verdiente zwanzig Dollar in der Woche, und die kleine Wohnung kostete acht Dollar in der Woche. Am Ende des Monats blieb nichts übrig.
Della setzte sich auf das alte Sofa und weinte. Dann stand sie auf, trocknete ihr Gesicht und ging zum Fenster. Draußen lief eine graue Katze auf einem grauen Zaun in einem grauen Hinterhof. Morgen war Weihnachten, und sie hatte nur einen Dollar und siebenundachtzig Cent für ein Geschenk für Jim. Sie wollte etwas Schönes und Seltenes für ihn, etwas, das gut genug für ihren Jim war.
Die Dillingham Youngs hatten zwei Dinge, auf die sie sehr stolz waren. Eines war Jims goldene Uhr. Sie war zuerst die Uhr seines Großvaters und dann die Uhr seines Vaters. Sie war schön, aber sie hatte statt einer goldenen Kette ein altes Lederarmband, deshalb sah Jim heimlich oft auf sie.
Der andere Schatz war Dellas Haar. Es war lang und braun, und es glänzte wie ein Wasserfall. Wenn sie es offen trug, reichte es ihr bis unter die Knie, fast wie ein Kleid. Wenn die Königin von Saba gegenüber wohnte, würde Dellas Haar den Schmuck der Königin billig aussehen lassen.
Plötzlich drehte Della sich vom Fenster weg und stellte sich vor den Spiegel. Ihre Augen glänzten. Schnell ließ sie ihr Haar in voller Länge fallen. Dann fiel für einen Moment eine Träne auf den alten roten Teppich. Aber schnell zog sie ihre alte braune Jacke und ihren alten braunen Hut an, und sie lief aus der Tür und die Treppe hinunter auf die Straße.