Capítulo 1 de 3 · A2 · Fácil
Der Wilddieb
El delincuente por deshonra
Christian Wolf war der Sohn eines Gastwirts in einer kleinen Stadt. Das Gasthaus hieß „Zur Sonne“, darum nannte man ihn später den Sonnenwirt. Sein Vater war tot, und bis zum zwanzigsten Jahr half Christian seiner Mutter im Gasthaus. Aber das Geschäft ging schlecht, und Christian hatte viel freie Zeit.
Er war nicht schön. Er hatte schwarzes, krauses Haar, eine platte Nase und eine dicke Oberlippe, die ein Pferd mit einem Tritt schief gemacht hatte. Die Frauen wollten nichts von ihm wissen, und seine Kameraden lachten über ihn. Christian wollte aber geliebt werden. Er verliebte sich in ein Mädchen, Johanne, oder Hannchen. Er dachte: Wenn ich ihr Geschenke mache, liebt sie mich vielleicht.
Aber Christian war arm. Um Geld zu bekommen, ging er heimlich in den Wald des Fürsten und schoss das Wild. Er wurde Wilddieb. Das Geld aus dem Fleisch brachte er treu seiner Johanne.
Johanne hatte noch andere Verehrer. Einer davon war Robert, ein junger Jäger des Försters. Robert war eifersüchtig. Er sah, dass Christian plötzlich Geld hatte, und fragte sich, woher. Damals gab es ein strenges Gesetz gegen die Wilddiebe. Robert beobachtete Christian lange, und endlich fing er ihn im Wald.
Christian musste sein ganzes Vermögen bezahlen, um nicht ins Gefängnis zu gehen. Jetzt war er arm, und Johanne wollte den Bettler nicht mehr. Robert hatte gewonnen. Er war jetzt ihr Liebhaber.
Christian war voller Hass und Eifersucht. Er wurde zum zweiten Mal Wilddieb, und zum zweiten Mal fing ihn Robert. Diesmal hatte Christian kein Geld mehr. Er kam für ein Jahr ins Zuchthaus.
Als er frei war, eilte er nach Hause, um Johanne wiederzusehen. Aber alle Leute flohen ihn. Niemand wollte ihm Arbeit geben. Aus Hunger wurde er zum dritten Mal Wilddieb. Wieder fing man ihn. Diesmal waren die Richter sehr hart. Sie brannten ihm das Zeichen des Galgens auf den Rücken und schickten ihn für drei Jahre auf die Festung.