Ja, es stimmt! Ich bin nervös, sehr, sehr nervös. Ich war immer nervös. Aber warum sagen Sie, dass ich verrückt bin? Meine Sinne sind schärfer als je zuvor. Vor allem mein Gehör ist sehr gut. Ich höre alles im Himmel und auf der Erde. Wie kann ich da verrückt sein? Hören Sie zu, und sehen Sie, wie ruhig ich die ganze Geschichte erzähle.
Ich wohnte mit einem alten Mann in einem Haus. Ich mochte den alten Mann sehr. Er tat mir nie etwas Böses. Er beleidigte mich nie. Ich wollte sein Gold nicht. Ich glaube, es war sein Auge! Ja, das war es! Eines seiner Augen sah aus wie das Auge eines Geiers. Es war hellblau und hatte eine dünne Haut darüber. Immer wenn es mich ansah, wurde mir kalt.
Nach und nach beschloss ich, mich für immer von dem Auge zu befreien. Das ist der Punkt. Sie denken, dass ich verrückt bin. Verrückte wissen nichts. Aber Sie sollten mich sehen! Sie sollten sehen, wie klug ich arbeitete, wie vorsichtig und wie geduldig.
Ich war nie netter zu dem alten Mann als in der Woche davor. Jede Nacht gegen Mitternacht drehte ich den Türgriff und öffnete die Tür sehr, sehr langsam. Dann stellte ich meine Laterne ins Zimmer. Sie war geschlossen, also kam kein Licht heraus. Dann steckte ich den Kopf hinein, sehr langsam, damit der alte Mann nicht aufwachte. Ich brauchte eine Stunde, um den ganzen Kopf ins Zimmer zu stecken. Wäre ein Verrückter so vorsichtig?
Dann öffnete ich die Laterne ein kleines bisschen, sodass nur ein dünner Lichtstrahl auf das Geierauge fiel. Das tat ich sieben lange Nächte lang. Aber das Auge war immer geschlossen, also konnte ich meine Arbeit nicht machen. Nicht der alte Mann störte mich. Es war sein böses Auge. Und jeden Morgen ging ich in sein Zimmer, sprach freundlich mit ihm und fragte ihn, wie er geschlafen hatte.